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Als ich mich heute nach der Schule der Baustelle näherte, war bannig was los: lauter Autos vor der Hütte, daraus erklang emsiges Gebrumm und Handwerker wuselten scharenweise durch die Räume, draußen buddelten Leute mit orangefarbenen Helmen in Löchern rum und rammten Rohre hauswärts – die Versorger können kommen, die Schächte sind gegraben und mit Leerrohren vorbereitet! Und sonst? Fuger, Elektriker und Putzer, alle mittenmang!

Das alles lief auf meinen ersten Laienblick ziemlich ungeordnet ab, sobald ein Zimmer fertig elektrisiert war, stürmte der Putzer hinein und pustete mit Hilfe seiner Höllenmaschine ein Fuder Putz an die Wand – wie aus einem Gartenschlauch. Danach wurde die Pampe glatt gestrichen. Zwei Zimmer im Obergeschoss waren heute mittag schon fertig, das geht flott. Mein Raum im Südosten und das Wohnzimmer können allerdings noch nicht verputzt werden, weil dort noch etwas gemauert werden muss – Fallrohre sollen hier optisch verschwinden.

Weil heute so viel los war, gibt es dazu eine Galerie:

Frühmorgens im Bau: Fotos machen! Die (halbfertige!) Elektrik soll heute unter einer dicken Putzschicht verschwinden, das haben wir gestern erfahren – was für ein Hirnriss! Außerdem ist es uns so nicht möglich, die Verlegung von einem Gutachter so derart spontan abnehmen zu lassen. Unser Bauleiter hatte uns über die überstürzten Vorkommnisse versäumt zu informieren, also Attacke. 50 Fotos und 15 min. Film, wo ist was, wie ist es ausgeführt.

Nachmittags dann Erstkontakt mit unserem Putzer gehabt, das ist Herr Shala aus Langenhagen. Er werkelte missmutig im Rohbau herum, diverse Dinge hinderten ihn am Anfangen. Zwar hatte er schon die Kanten mit Metallverstärkungen versehen, aber folgende Dinge hauen noch nicht hin:

  • Die Maurer haben noch nicht alles fertig: zwei Abmauerungen im Wohnzimmer fehlen noch!
  • Die Elektriker sind erst zu 2/3 fertig mit Steckdosen und Leitungen, außerdem schlackern die Kabel an der Wand herum. Und zwei Bereiche müssen noch umgelegt werden.
  • Die Fensterleute haben die Styroporplatten um die Fenster herum nicht abgedeckt, der Putz darf nicht auf Styropor treffen, sonst gibt’s Risse.

Später ein ruhiges, sachliches Telefonat mit Herrn Thomsen, den ich erstaunlicherweise auf Anhieb erreicht habe:
Wie so häufig: nix konkretes zu den üblichen Verdächtigen. Kein Entwässerungsantrag. Immer noch kein Masterplan für das Giebelproblem, kein Bauzeitenplan, …dann die Pistole auf die Brust, der Versuch, eine konkrete Aussage aus dem Manne zu ringen: “Herr Thomsen, können wir morgen ruhigen Gewissens unsere Wohnung kündigen oder nicht? Ist der letzte Tag im Monat November – Ja oder Nein?” – “Öööööhm….Ja. Doch. Ja. Natürlich kann ich Ihnen keine schriftliche Garantie geben, aber das sollte wohl klappen.” – Okaaaaaay. Also Kündigung aufgesetzt, wird morgen abgegeben. Zum 1.3. 2013 müssen wir hier raus sein! Das Bauherrenleben ist wie Pokern im Casino Royale.

Morgen kommt dann kein Putzer, dafür die Elektriker. Und dann am Samstag wieder ein Doppelpack: Maurer und Putzer. Ich habe das Gefühl, der Hausbau ähnelt im Moment einem Reifenwechsel am fahrenden Auto.

Abends: Erleichterung: unser Elektrogutachter kann morgen kommen und sich die Dinge ansehen, bevor sie verputzt werden, um größerem Unfug durch Fachleute vorzubeugen. Also: Nerven wieder runterfahren, Baldriantee aufbrühen, Wuuuusaaaaa.

Nächsten Dienstag rücken die Versorger an, wider dem Plan steht dann das Gerüst noch: Fa. Sacik, welche am Samstag Sohlbänke (d.h. Fensterbänke außen) einmauern, sollen den Teil des Gerüstes beiseiteschaffen, welcher den Zugang der Buddler verwehrt, wenn das mal gut geht. Sonst fahren die alle wieder nach Hause, unser Haus bleibt vorerst stromlos, wasserlos (naja, das kann ja ohnehin noch nirgendwo abfließen), gaslos und telefonlos.