Archive for Juli 2012

Am Ende eines gewittrigen Wochenendes schauten wir am Sonntagabend mal auf Murreland vorbei, um uns den letzten Stand des Chatotentums vom Freitag mal zu geben. Der Eintritt fiel leicht, denn die Baustelle wurde durch die Arbeiter nicht wieder ordnungsgemäß mit Flatterband abgesperrt, tsts.

 

Toll: wir haben eine Vogeltränke im Fundament!

Hier fielen uns dann auch gleich wieder einige Merkwürdigkeiten auf, z.B. ein zwei Zoll hohes Pfützchen, welches sich durch einen Einbruch im Fundament gebildet hat. Nun haben aussterbende Vogelarten auch die Möglichkeit, sich bei uns frisch zu machen. Sollten wir uns deshalb Sorgen machen? Das kann unser Fachmann uns gleich morgen früh erklären, wir sind gespannt.

Gerade geht anders!

Weiterhin fielen uns die seltsam platzierten Rohe auf, die hier und da aus dem Erdboden guckten – zum Glück noch nicht mit Beton fixiert. Frau O. griff flugs zur Wasserwaage und maß nach: weder haben wir ein Hanggrundstück noch ist gerade Springflut in der WaWa…das Rohr ist einfach total verkorkst. Und again: “zu Hülf!”

Wohin willst du mal fließen?

Auch an anderer Stelle sahen wir interessante Konstellationen von Konstruktionen, hier links ein Rohr, welches sich anscheinend an der Beringstraße oder an den Venusringen orientiert, nicht aber an RECHTEN WINKELN. Hätten die Arbeiter mal ein Geodreieck dabei gehabt, wäre das sicher nicht passiert.

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Es gibt ja so Tage…heute war einer. Und zwar der letzte Tag der von ECO festgesetzen Frist für die Baufirma “Theodor Bergmann Bauhilfsdienstleistungen” aus Gehrden, welche von uns bisher schon als arg unzuverlässig eingestuft wurde (da seit zwei Wochen nicht erschienen). Wäre heute keiner gekommen, wäre die Firma mit Strafzahlung rausgeflogen und eine andere hätte nächste Woche dann den Job bekommen. Nach kurzer Zeit auf der Baustelle wünschte ich mir, dass es so geschehen wäre. Es war nämlich jemand da.

Es ging damit los, dass ich eigentlich nur gekommen bin, um das Gartenhaus zu streichen, nach den letzten zwei Wochen Ruhe auf unserer “Baustelle” (ich komme in letzter Zeit gar nicht umhin, dieses Wort nicht in Anführungszeichen zu benutzen) kam ich um die Ecke, sehe einen Betonmischer sowie Herrn Wloszik von der Stadtentwässerungsbehörde, der einigermaßen konsterniert war, weil er heute noch unbedingt kommen sollte, um Schmutzwasserleitungen unseres Hauses abzunehmen, die Dinger lagen aber nur irgendwie schief zusammengesteckt auf dem Erdboden rum (Bild oben), so geht das nicht, er kommt am Montag wieder, wenn die Rohre ausgemessen und verankert sind.

Dann sah ich die Arbeiter mit Holzpflöcken (Teile unseres Schnurgerüsts) in den frisch mit Zement gefüllten Fundamentgräben herumrührten – wieso nicht mit richtigen Werkzeugen? Z.B. Schaufeln? Weil keine da waren. Und sonst auch nichts an Ausrüstung und Zubehör da war. NICHTS. Der radebrechende Vorarbeiter teilte mir recht unverständlich mit, dass er und seine Arbeiter von Bergmann kurzfristig gestern abend eingekauft worden wären, mit dem Versprechen, “morgen früh um 7 ist alles Material auf der Baustelle” – von wegen. Noch nicht einmal Schaufeln hatten sie, da musste ich den Herren erst mal eine meiner neuen Plattschaufeln leihen. Apropos “leihen” – die Arbeiter hatten sich auch ungefragt bei uns und dem Nachbarn bedient: die Schnur, mit welcher Herr H. von nebenan seine Grundstücksgrenze zwischen uns und ihm gezogen hatte, wurde dann mal eben als neues Schnurgerüst zweckentfremdet und unser Grünmüllbehälter diente als Getränkekühler – einfach nur dreist. Das Baumaterial ist in den letzten Tagen Stück für Stück angeliefert worden, der Laster mit den Steinen kam heute auch schon mal vorbei, konnte die Dinger aber nirgends abstellen, er kommt dann am Dienstag wieder.

Der nächste Hammer ließ nicht lang auf sich warten: die kurze Anfrage des Vorarbeiters, wie herum der Bauplan denn nun zu halten wäre (“wohin muss Eingang?”) ist schon etwas gruselig, wenn das Gegenüber bei der Frage nicht schelmisch grinst, sondern eher etwas hilflos drein blickt. Sowas passiert doch sonst nur anderen Leuten, hiiiilfe, das wird unser Haus, hier müssen wir noch Jahrzehnte drin wohnen. Also erst mal Starthilfe gegeben und den Bauleiter angerufen, berichten, was hier abgeht, gebeten, so schnell wie möglich dieses Chaos hier geradezurückeln – kannjawohlnichwahrsein.

Beim Verlegen der Abwasserrohre kam interessanterweise kein Zollstock oder Maßband zum Einsatz, das ganze wurde anscheinend nach Augenmaß und “Pi mal Daumen” zusammengedengelt und in das Styropor eingelegt, mit welchem die Maurer dann den Boden abdeckten – ich bin ja Laie, aber muss da nicht irgendein Gefälle rein? Woher wissen die so genau, wo die Dinger hinkommen, wenn sie kein einziges Mal irgendwas messen? Ach ja, ich vergaß: die Maurer haben kein Werkzeug bekommen, das können sie ja gar nicht anders machen. In diesem Moment hielt ich nach der versteckten Kamera Ausschau. Gab keine, ist wohl alles echt. Echt gruselig.

Herr Riedler war schnell zur Stelle, Lage gepeilt und ebenfalls etwas von den unmöglichen Zuständen geschockt. Fazit: erster Baustopp am ersten Tag, da anscheinend kein Fachpersonal zur Stelle ist, durften sich die anwesenden Arbeiter noch mit den anstehenden, auch für ungeschultes Personal zu bewerkstelligenden, Aufgaben herumschlagen, danach ist aber erstmal Feierabend. Ab Montag hat ständig ein Polier der Firma anwesend zu sein, wenn die Rohre nicht exakt dem entsprechen, was ECO verbauen soll, fliegen die Stümper endlich raus und es übernimmt eine hoffentlich fähige Firma den Laden – ich hoffe, das wird schnellstens passieren, denn was heute alles abging, passt echt auf keine Kuhhaut.

Wenn mir jemand anders das Ganze erzählt hätte, würde ich ihm nur die Hälfte glauben, das klingt einfach in dieser Masse an geschehenem Bullshit zu absurd.

Frechheit: auch heute sind die Maurer nicht aufgekreuzt, kein Fundament. Sogleich vor Ort den Bauleiter angerufen und gemeckert, mal wieder: “Ich kümmer mich drum”. Also: abwarten. Bauherr sein macht im Moment keinen Spaß.

Wenn ich da mal an den rechten Bildrand dieses Blogs schaue, wird das Tag “Meckern” immer größer. Das liegt daran, dass es häufig verwendet wird. Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis es alle anderen überschattet. Wenn das so weiter geht wie in den letzten zwei Wochen, wird es nicht mehr lange dauern.

Heute morgen um 9:15 war wieder keiner auf der Baustelle, die Fundamentarbeiten liegen immer noch brach. Also wieder mal beim Bauleiter angerufen und Lage geschildert, so langsam nervt es wirklich. Herr Riedler merkte an, dass der Maurer wohl schon einmal Probleme gemacht hätte und dass er sich nun nach einer anderen Firma umsehen werde, die dann schnellstmöglich unser Fundament und die Sohlplatte gießen werde, so langsam kommt endlich auch mal Fa. ECO in Zugzwang, da die Frist der Bauzeitgarantie seit gestern läuft und der Dachstuhl nach wie vor in der zweiten Augustwoche aufgesetzt werden muss. Wenn das klappen soll, müssen die Herrschaften demnächst Nachtschichten einschieben, so wie es jetzt läuft, ist es alles andere als verlässlich und zufriedenstellend. Weiterempfehlen können wir nach dem bisher Erlebten nämlich NICHTS.

Heute morgen hatte Fa. Bähre ihren zweiten Auftritt, die Fundamente wurden mit einem kleinen Bagger ausgehoben. Die Maurer, welche schon um 8 Uhr da sein sollten um die Gräben auszugießen, ließen sich heute nicht blicken. Also Hrn. Riedler angerufen und ihm die Lage geschildert – er zeigte sich überrascht und wollte sich dahinter klemmen…

Das Wetter heute war stellenweise etwas durchwachsen, als ich um 13:30 Uhr das obige Foto schoss, goss es wie aus Kübeln, der Vormittag war aber durchaus angenehmer – also kein Grund, nicht aufzukreuzen – und das mal wieder ohne Absage. Das ist wirklich ein Punkt, der bisher schon zwei Mal genervt hat: die Firmen sollen sich nicht nur beim Bauträger, sondern auch bei den Bauherren abmelden – die warten schließlich auch darauf, dass etwas passiert!

Abends gegen 18:30 war ich nochmal da, um die Fundamente mal näher zu betrachten, wie tief sie sind und wo sie entlanglaufen, das ist auf dem Foto links besser zu sehen.

Das Panoramabild unten zeigt die Ausmaße des gesamten Hauses (außerdem das Dixiklo, das kam gestern schon an – wie konnte ich sowas Wichtiges nur vergessen!), hier zeigen sich auch schon die Giebelecken. Dann hoffe ich mal auf einen morgigen Aufmarsch der Zementmischer!

Mit dem Aushub der Fundamente beginnt heute unser offizieller Baubeginn, damit auch die sechsmonatige Bauzeitgarantie der Fa. ECO System Haus.

Heute ist der letzte Tag, um eine Kiste mit guten Wünschen unter unserem Haus zu verbuddeln – morgen kommen die Erdbauer und die Maurer, dann wird verschalt und gegossen und bald ist sie da: die Bodenplatte. Zuvor packten wir noch einige nette Kleinigkeiten in ein Kästchen, welches, nun, einem Geocache nicht unähnlich sieht.

Tammo hatte dann (nach eifriger Mithilfe) die Ehre, die Kiste zu versenken, daraufhin wurde sie erst festgehüpft und dann mit einem feurigen Flamenco (der anscheinen nichts gegen den langsam einsetzenden Regen half) quasi zementiert und dem Erdboden gleichgemacht.

Wenn sich also in ein paar Jahren in unserer Eingangshalle ein kleiner Riss auftut, wissen wir zumindest, woran es gelegen hat.

Nach zwei Tagen war Fa. Bähre mit den Erdarbeiten fertig. Am Spätnachmittag waren die Baufahrzeuge (nicht ohne einen Flurschaden auf dem Nachbargrundstück zu hinterlassen) schon wieder weg, genauso wie der Kellerschutt der Altvorderen, dafür war die Baustraße vorne links fertig, eine 4m breite Trasse aus Schotter für die demnächst anrollenden Schwerlasttransporter.

Hinten gut sichtbar: der Erdhaufen, den wir für unseren Garten noch verwenden können. Jetzt aber schnell zum Baumarkt, eine Schubkarre kaufen und die paar Kubikmeter unauffällig verteilen.

Für das Haus wurde bereits ein Sockel aufgeschüttet, damit die Bodenplatte nächste Woche wie geplant etwas über Straßenniveau liegt, Teile des Grundstücks liegen noch darunter – die müssten dann zum Schluss noch aufgefüllt werden, damit uns das Wasser der Nachbarn nicht einen ungewollten Gartenteich liefert.

Nach Auskunft von Bauleiter Riedler sieht der folgende Terminablauf jetzt so aus:

  • am Dienstag, dem 17.7. kommen die Maurer und gießen die Bodenplatte aus WU-Beton. Vorher wird diese ausgeschalt.
  • am Montag, dem 23.7. beginnen die Maurerarbeiten mit dem Hintermauerwerk
  • am Mittwoch, dem 1.8. kommt dann die Decke,
  • am Mittwoch, dem 8.8. wird der Dachstuhl vom Zimmerer aufgesetzt.

Ich hoffe, dass Fa. ECO diesen flotten Ablauf tatsächlich so organisieren kann, das klingt nach einem ziemlich straffen Bauplan. Wenn es hinhaut, soll es uns so recht sein.

Die obligatorische “von-gegenüber-Sicht”

Laut Auskunft eines Nachbarn liegt unser Murreland aber ohnehin auf einem der höchsten Punkte Tünderns, also: “no worries, mate!”.

Der erste “Spatenstich”!

Wie Musik in meinen Ohren: Baggerdröhnen. Am Vormittag wurde mit den Ausschachtarbeiten begonnen, etwa 30 cm tief wird der Bereich abgetragen, in dem dann in den folgenden Tagen die Bodenplatte gegossen werden soll. Zuvor fand noch eine Absteckung statt, hier sahen wir auch erstmals die Ecken der beiden Giebel, die zuvor noch keine große Rolle gespielt hatten.

Für die Baustraße, welche ausgehend von der Weserstraße aufgeschüttet wird, habe ich noch ein Zaunteil abgenommen, mit meinem Lieblingswerkzeug machte ich weiteren 2 Metern Jägerzaun den Garaus.

An einer Stelle hörten wir leider ein hässliches Knirschen, bisher war der Bagger nur dann und wann auf Wurzelwerk gestoßen, aber dies hier war neu: die Baggerschaufel kollidierte mit einer Mauer, die im Erdreich steckte. Wir wurden schon vom Nachbarn vorgewarnt, der vor etwas längerer Zeit beim Ausheben seines eigenen Kellers einen alten Keller im Boden von den “Vorbewohnern” fand, dies war nun auch bei uns der Fall. Etwa genau an der Position meines künftigen Arbeitszimmers. Ein etwas übelriechender Raum wurde zutage gefördert, komplett mit Wänden und Fundament.

Dieser wurde dann großzügig abgetragen, musste weg, damit unser frisch gebautes Haus nicht irgendwann an dieser Stelle absackt. Das Loch muss nun aufgefüllt und verdichtet werden, ärgerlich: kostet wieder mehr für Entsorgen und Auffüllen mit Kiesgemisch.

Da wir die ausgehobene Erde behalten wollen, um damit das Grundstück anzuheben (wir werden noch mehr Erde brauchen, viel mehr!) musste der Baggerfahrer die “gute” Erde nun von der “schlechten” trennen, der Anteil mit dem alten Kellerbauschutt muss entsorgt werden, den Rest behalten wir natürlich.

Insgesamt blieben wir etwa zwei Stunden dabei, es war schon spannend, mit welcher Präzision der Baggerfahrer sein “Instrument” beherrschte – und vor allem zu sehen, dass es endlich losgeht, war schön.

 

Nach unserem verärgerten Anruf bei Bauleiter Riedler am Montag meldete sich heute Herr Janke von der Tiefbaufirma Bähre bei uns: der Bagger rollt heute nachmittag an und morgen früh geht es dann endlich mit der Ausschachtung los. Das sind doch mal gute Neuigkeiten.

 

Ode an den Bagger

“Nun stehst du da, glänzend in der Abendsonne
lang erwartet – wie ein Traum, der wahr geworden
schon morgen werden wir dein Knattern hören
gräbst tief und gut das Loch für unser Heim

Noch ruht alles still, die Vöglein pfeifen
die Halme wiegen sich im Wind
Morgen schon wirst du buddeln, rackern
weil wir nun mal die Bauherren sind!”