Archive for Juni 2012

Heute wurde unser Grundstück offiziell zur Baustelle ernannt: die japanische Flagge prangt über dem obligatorischen “Du-du”-Schild. Wer jetzt da rumrennt oder seinen Hund oder seine Gören aufs Gras schickt, HAFTET!!! Ha!

Vor- und nachmittags hab ich mich um die Böden der Hütte gekümmert, nach zwei weiteren Audienzen im Baumarkt ist die Tanzfläche jetzt mausedicht. Musste aber in beiden Räumen flicken, weil die Nut- und Federbretter am Ende natürlich nicht passten. Ein matratzenloses Bett steht jetzt auch schon in der Hütte, langsam wirds gemütlich!

Und erstmal anständiges Werkzeug gekauft: einen 2kg-Fäustel, einen Steinmeißel und einen ordentlichen Akkuschrauber/-bohrer. Wenn das so weiter geht, kenne ich in zwei Wochen die gesamte Belegschaft vom Honig-Hagebaumarkt mit Vornamen. (“Öi Jupp, lass ma ne Packung Schrauben rüberwachsen, ich muss ma wieder ümme!”)

Der Dachdecker hatte heute noch keine Zeit, morgen kommt er aber dann und macht ratzfatz das Dach dicht.

Heute ging’s dann endlich mal wieder rund auf Murreland: die Vermesser waren schon am Vormittag da und haben ein Schnurgerüst gezogen (in Form von diversen horizontalen Brettern mit Nägeln drin, über die dann die Schnur für die Maurer gespannt wird), das Position und Höhe der Hausecken angibt. Im Vergleich zur ersten Messung stimmte fast noch alles, nur einer der rosa Pflöcke wurde in den vergangenen Monaten beim Hausbau nebenan von einem Bagger umgerumpelt und musste nachjustiert werden.

Dann stand um 14 Uhr das Treffen mit unserem Bauleiter Herrn Riedler sowie dem Fachmann für Erdarbeiten Herrn Janke an. Letzterer begutachtete den Grund und machte sich ein Bild von der Position der Baustraße. Weiterhin nickte er meine Zaunschneise ab, die ich gestern geschlagen hatte und meinte, dass die bösen Zementmonster ohne Probleme mit einem Bagger umgewuppt werden könnten, zwar zu Lasten des Bürgersteigs, aber der muss ja ohnehin neu gemacht werden, wenn die Butze fertig ist – abgesenkt, damit wir mit unseren Autos ohne Achsbruch ins Carport rein- und rausflitzen können.

Das Gespräch mit Hrn. Riedler verlief zufriedenstellend, er konnte uns gemeinsam mit Hrn. Janke den Termin geben, wann die Bagger für die Erdarbeiten anrollen würden: übernächste Woche geht’s los! Dies ist allerdings nicht der offizielle Baubeginn, ab dem die “Sechsmonatsfrist” unserer Bauzeitgarantie beginnt, sondern der Guss der Bodenplatte sei der Beginn dieses Countdowns.

Im Weiteren wurde uns (streng nach Protokoll) der Ablauf des Baus geschildert, welche Gewerke in welcher Reihenfolge aufschlagen werden. Außerdem mussten noch einige Entscheidungen bezüglich der Position der Versorgungsleitungen im Haustechnikraum getroffen werden: was kommt wohin, dies war aber schnell erledigt, da unser Bauvorhaben anscheinend nicht allzu komplex ist.

Was etwas störend war (schien Herrn R. mehr zu nerven als uns), dass die Firma bzw. das Planungsbüro es noch nicht auf die Reihe gekriegt hat, den Antrag auf Regenwasserableitung zu stellen, hier versprach er, würde er sich flott hinterklemmen, da dieser Antrag normalerweise zusammen mit dem Bauantrag durchgeht.

 

Gemütliches Bausammensein

Ansonsten wurde noch etwas Kleinkram besprochen und frohen Mutes konnte in unserer Gartenhütte noch mit einem Wässerchen auf den baldigen Beginn angestoßen werden. Wegen der etwas verzögerten Startphase konnte Herr Riedler uns nicht versprechen, den von mir anvisierten Einzugstermin um Weihnachten einzuhalten, aber es wäre noch “im Bereich des Möglichen” – ich drücke uns die Daumen! Die Hoffnung stirbt zuletzt, blabla.

Als nächstes werden wir dann unser Baustellenschild (welches mich immer an Japans Flagge erinnert) aufstellen, dazu müssen wir uns noch eines dieser kleinen gelben Schilder kaufen “Baustelle nicht betreten, Eltern haften für ihre Kinners”.

Außerdem kamen heute die im Internet bei der “Schindelzentrale” georderten Bitumenschindeln für unser Gartenhaus an, die werden, so das Wetter will, morgen vom Dachdeckersohn aufgenagelt. Kosten für die Schindeln incl. freier Lieferung: 191, 40 €

 

Es ist Mittwochmorgen, es regnet in Strömen und ich habe ca. 3 Std. Zeit, eine Einfahrt für die demnächst anrollenden Baufahrzeuge zu schaffen, ein Abschnitt des ollen Jägerzauns muss weichen und möglichst die Pfosten auch, malsehn.

Nach einer halben Stunde war ich dann so weit:

Das war der spaßige Teil. Die einbetonierten Pfosten stellten allerdings ein unüberwindbares Hindernis dar, da die Dinger mächtig tief befestigt sind – anscheinend war in der Zeit, in der diese Monstren gegossen worden sind, Zement unglaublich billig – der Klumpen um die Eisenstreben überstieg die Masse eines stattlichen Eselsschinkens bei Weitem:

Der Boden ist unglaublich steinig, eine Zerreißprobe für den neuen Billigspaten – der hielt aber ganz gut. Fluchend ging es tief und tiefer, aus irgendeinem unerfindlichen Grund ist der Pfosten an die Bürgersteigkante “geklebt” worden, ließ sich nicht davon lösen, beim Rütteln warf sich der ganze Gehweg auf.

Nach zwei Stunden entnervt aufgegeben, wahrscheinlich braucht ein Bagger dafür zwei Minuten – sollen das doch die Tiefbauer mal versuchen, ich werfe an dieser Stelle das Handtuch, gehe duschen und danach zur Arbeit.

Lichtblick: morgen findet das Bauanlaufgespräch und die Feinvermessung statt, das wird sicher ertragreicher als diese Plackerei. Horrido!

 

Heute haben wir Zeit gefunden, ein wenig am Gartenhaus weiterzuschustern, die Bodenbretter des rechten Raumes wurden mit Holzschutzgrund gestrichen und dann auch gleich eingebaut und festgenagelt – ging gut! Ein “krummer Hund” machte mir das Zimmermannsleben zwar etwas schwer, dem konnte ich mit ein paar Hammerschlägen aber Manieren beibiegen, so dass er sich willig fügte.

Heute standen die Sterne günstig: Kind 1 in der Krippe, Kind 2 schläft in der Karre – Frau O. ergreift die Gelegenheit beim Schlafittchen, schnappt sich dann den Pinsel und streicht einmal komplett das (in den vergangenen Tagen vom Regen etwas gebeutelte) Gartenhaus mit Holzschutzgrund von außen. Nun fault uns die Bude zumindest nicht mehr unterm Hintern weg!

In den letzten Tagen kam erstmals richtiger Unmut gegenüber ECO auf, seit ca. 6 Wochen ist der Bauantrag genehmigt, drei Raten bereits bezahlt, nur passiert ist immer noch nicht viel, noch nicht mal eine anständige Rückmeldung, wie und vor allem WANN es weitergeht, ist bei uns eingetrudelt – lediglich der genehmigte Bauantrag kam vor einiger Zeit kommentarlos von ECO für unsere Akten zum Abheften zurück. Wir hätten uns wenigstens eine Art Ablaufplan oder ein grobes Zeitfenster gewünscht, wann es denn endlich losginge.

Auch die Telefonate mit Bauleiter Riedler waren unbefriedigend, zuerst wurden wir nur mit vagen Aussagen wie “es gab noch ein paar Komplikationen, bald geht es los” abgespeist, nach etwas Nachbohren, worum es sich denn bei den Komplikationen handele und der Bitte, ob er als  Hauptverantwortlicher nicht mal ein paar Leuten hinterhertelefonieren könne, geschah nichts, auch der versprochene Rückruf blieb aus.

Verärgert wurde dann Frau Heitefuß die Situation geschildert, sie versprach, sich zu kümmern. Dann rief Herr Riedler heute endlich an, offenbar sei nun alles geregelt, wir werden uns am 21. Juni zum Bauanlaufgespräch mit ihm und den zuständigen Gewerken vor Ort treffen und danach “können die Bagger dann rollen” – wir wollen es hoffen, denn der Traum von einem Weihnachtsfest im Eigenheim ist mittlerweile etwas ins Wanken geraten.

 

Gen Abend, als die Gemüter ruhiger wurden, kehrte Muße ein. Heute nachmittag hatte Maren bei Nachbarin Inge noch ein paar Ableger abstauben können, diese wurden dann alsbald in die Erde gebracht. Herausgekommen ist dann ein schön anzusehendes Beet im Steinkranz mit einer Stockrose, einem Sonnenhut, etwas Katzenminze und einem Hagebuttenbusch.

Nach einer Sabbatwoche (die ein paar regnerische Tage enthielt) machte sich Maren daran, die erste Schicht Dachpappe in lauschiger Abendsonne aufzunageln. Ich bin derzeit gesundheitlich etwas angeschlagen, da ließ ich meiner (schwindelfreien) Gattin gerne den Vortritt.

Zwei von sechs Bahnen haben wir geschafft, dann gingen uns Zeit und Nägel aus. Wenn die Pappe drauf ist, wird noch eine Lage Schindeln hinterhergehämmert (gibt’s gerade bei Toom im Angebot) und dann kömmt der Rest. (Fußboden, Fenster, Dachrinne, Kinkerlitzchen).