Archive for Juli 2011

Baufirmen gibt es eine Menge. MEEENGE. Welche dann gleichzeitig preiswert, vertrauenswürdig und kompetent ist, gilt es nun herauszufinden. Wir hatten während unserer “Gebrauchthausphase” die Hamelner Bautage, eine kleine Messe im Weserberglandzentrum besucht und einen Katalog der Fa. ECO SYSTEM HAUS aus Neumünster mitgehen lassen. Der Katalog lag dann lange bei uns herum und ca. ein Dreivierteljahr später machte die Firma dann das Rennen.

ECO konnte sich aus mehreren Gründen gegen die Rivalen durchsetzen: schnelle Erreichbarkeit, dabei  sehr kundenfreundlich, Massivbauweise mit frei wählbaren Grundrissen, vergleichsweise kostengünstig, ansprechende Haustypen in wahlweisen Größen -  wir haben uns dann  für das Friesenhaus (170 m²) als KfW70-Haus entschieden.

Das erste Infogespräch mit unserer Beraterin Frau Heitefuß lief gut und machte Lust auf mehr – die Kosten schienen sich tatsächlich genau planen zu lassen,  wir hatten als zukünftige Bauherren das Gefühl, uns gegen  alle Unbille absichern zu können und auch schon die Standardausführung des Hauses machte einen guten Eindruck (natürlich kamen ein paar Extras hinzu…) und insgesamt gab es wenig zu murren, auch das Internet gab überwiegend positive Kundenerfahrungen mit der Firma wieder.

Nach etlichen Vergleichen und Grübeleien haben wir uns entschlossen, den Bauvertrag mit ECO abzuschließen, zu der Zeit gab es noch ein schmackhaftes Schmankerl: den Schornstein gabs bei schneller Entschlussfreudigkeit quasi geschenkt. Am letzten Tag der Aktion schlugen wir zu, Frau Heitefuß kam dazu extra am Sonntag zu uns und wir konnten den Bauvertrag unterzeichnen! Diese dann doch zufrieden geleistete Unterschrift war das Resultat durchwälzter und -grübelter Nächte…immerhin ist dies der Vertrag, der uns jahrzehntelang an Ratenzahlung bindet und die voraussichtlich höchste Investition des ganzen Lebens besiegelt. Schluck. (Einen Lamborghini Gallardo können wir uns nun nicht mehr leisten, der kostet in etwa genau so viel. Aber von einem Haus haben wir letztendlich mehr!)

Problem: Bauland. Es gibt zwar ein Baugebiet, welches noch freie Plätze hat, aber dieses und diese sind wenig attraktiv: an den östlichen Ortsrand nahe der Eisenbahn und der gut befahrenen Straße nach Emmerthal irgendwie “drangeklatscht”, viele kleine Parzellen, man hockt immer sehr dicht an den Nachbarn dran, die ja auch alle noch über lange Zeit hinweg lautstark bauen, dazu noch eine tolle Sicht aufs Grohnder AKW…nee. Quadratmeterpreis um die 75 Euro. Neeeeeeeeeee. Das isses nicht. Vielleicht im absoluten Notfall, aber da muss die Hölle schon zu Eis gefrieren.

Es gibt schon noch diverse Freiflächen im Ort, die nicht bebaut sind, hier fühlen sich Pferde und Kleingärtner momentan sehr wohl. Als nächstes stand dann der Gang zum Katasteramt an, ein paar Namen und Adressen bekommen, diese angeschrieben, aber alles nix – niemand will verkaufen bzw. will einer der hiesigen Landwirte stolze 100 € für den Quadratmeter – Mistauch.

Nach zweieinhalb Jahren dann der Lichtblick: in Hannes Hofcafé ein Gerücht aufgeschnappt, da will einer was verkaufen! Land in Sicht! Und auch noch in guter Lage! Südwestrand, wesernah, am alten Ortskern…da bin ich schon oft vorbeigedüst, aber ich kam bisher noch nicht drauf. Am nächsten Tag mit dem Rad zum Landbesitzer, nervös geklingelt und gefragt, ob es denn stimme, dass er verkaufen wolle – Antwort “Ja!” – Super! Wieviel €/m²? Erschwingliche 80€, klingt gut, am nächsten Tag mit Frau und Kind dort im Wohnzimmer gesessen und Nägel mit Köpfen gemacht und los gings.

Nach zweieinhalb Jahren Nestsuche und 22 Besichtigungen gebrauchter Häuser, dabei 3x fast für eines entschieden (unter anderem ein 500+ Jahre altes Fachwerkhaus, das sich in letzter Sekunde als totale Geldfalle herausgestellt hat)  haben wir den  Entschluss gefasst, selbst zu bauen. Resigniertes Resümee: “Wenn man was richtich machen will, muss man es halt selbst machen!” – Nach erster Wildkalkulation kommen wir dabei finanziell sowieso nicht viel schlechter bei weg als beim Kauf eines alten Hauses, das man dann noch renovieren muss. (Und man muss, es war wirklich nichts dabei, von dem wir sagen konnten: “Das nehmen wir wie es ist!”. Also los.

Grobe Vorstellungen: 4 Schlafzimmer, für jeden eins – es sind zwei Kinder vorgesehen, eins haben wir schon. Ein Arbeitszimmer. Und alles andere natürlich auch, Wohnzimmer, Küche, düdelü. Am liebsten in Tündern, hier wohnen wir schon seit ein paar Jahren, kennen jede Menge netter Leute und eigentlich gibt’s hier alles, was wir zum täglichen Überleben brauchen: Kindergarten, Schule, Arzt, Supermarkt, Apotheke, Sportvereine und es ist nur einen Katzenwurf von Hameln entfernt.